Seit August 2024 setzt kids to life ein Bildungsprojekt für benachteiligte Kinder und Jugendliche um. Ermöglicht wird das Projekt durch eine Förderung aus Mitteln der Deutschen Fernsehlotterie durch die Stiftung Deutsches Hilfswerk.
Im zweiten Projektjahr haben rund 750 Kinder und Jugendliche an den Angeboten in unserem pädagogischen Zentrum teilgenommen. Sie kommen insbesondere aus stationären Wohngruppen, heilpädagogischen Einrichtungen, Förderzentren sowie Mittelschulen in Stadtteilen mit besonderen sozialen Herausforderungen.
Drei pädagogische Bereiche, die sich ergänzen
Das Projekt verbindet tiergestützte Pädagogik, Sozialkompetenztraining und die Prävention sexualisierter Gewalt. Die drei Bereiche greifen ineinander und fördern soziale, emotionale und persönliche Fähigkeiten.
In der tiergestützten Pädagogik erleben die Kinder unmittelbar, wie sich ihr eigenes Verhalten auswirkt. Der Kontakt mit den Tieren vermittelt Vertrauen, Geduld, Aufmerksamkeit und Verantwortungsbewusstsein. Gleichzeitig lernen die Kinder, Signale wahrzunehmen und Grenzen zu respektieren.
Das Sozialkompetenztraining überträgt diese Erfahrungen auf das menschliche Miteinander. Die Kinder und Jugendlichen üben, einander zuzuhören, ihre Bedürfnisse auszudrücken, gemeinsam Lösungen zu finden und mit Konflikten konstruktiv umzugehen.
In den Präventionsangeboten beschäftigen sie sich altersgerecht mit Selbstbestimmung, persönlichen Grenzen, respektvollen Beziehungen und den Möglichkeiten, sich in schwierigen Situationen Hilfe zu holen.
Eigene Fähigkeiten entdecken
Die Angebote sind erfahrungsorientiert und schaffen einen geschützten Rahmen, in dem sich die Kinder und Jugendlichen ausprobieren können. Sie übernehmen Aufgaben, treffen gemeinsame Entscheidungen und erleben, dass ihre Ideen und ihr Handeln für die Gruppe von Bedeutung sind.
Im Verlauf des Projekts beobachten unsere Pädagoginnen positive Entwicklungen in den Bereichen Selbstvertrauen, Verantwortungsübernahme, Kommunikation, Frustrationstoleranz und soziale Handlungssicherheit. Viele Kinder nehmen ihre eigenen Stärken bewusster wahr und können besser ausdrücken, was ihnen bereits gelingt und wobei sie Unterstützung benötigen.
Wichtig sind dabei die regelmäßige Teilnahme und die Möglichkeit, Erfahrungen zu wiederholen. Neue Verhaltensweisen werden nicht nur besprochen, sondern praktisch erprobt und gemeinsam reflektiert. Auf diese Weise können sie sich nach und nach festigen.
Wirkung über das pädagogische Zentrum hinaus
Die Erfahrungen aus den Angeboten sollen die Kinder und Jugendlichen auch in ihrem Alltag unterstützen. Deshalb werden Situationen aus der Schule, der Wohngruppe, der Familie und der Freizeit in die Reflexion einbezogen.
Auch die Zusammenarbeit mit den pädagogischen Fachkräften der Partnereinrichtungen spielt eine wichtige Rolle. Methoden, Gesprächsregeln und Reflexionsansätze aus den Workshops können dort aufgegriffen und weitergeführt werden. Auf diese Weise wirkt das Projekt über die einzelnen Termine hinaus.
Kontinuität schafft Entwicklung
Die hohe Nachfrage und die fortgesetzte Zusammenarbeit mit unseren Partnereinrichtungen zeigen, wie groß der Bedarf an niedrigschwelligen und erfahrungsorientierten Bildungsangeboten ist.
Pädagogische Entwicklung braucht Zeit, verlässliche Beziehungen und wiederkehrende Gelegenheiten, Neues auszuprobieren. Die Förderung aus Mitteln der Deutschen Fernsehlotterie durch die Stiftung Deutsches Hilfswerk ermöglicht es uns, den Kindern und Jugendlichen diese Kontinuität zu bieten.
So entstehen in unserem pädagogischen Zentrum Erfahrungs- und Entwicklungsräume, in denen nicht die soziale oder finanzielle Ausgangslage eines Kindes im Mittelpunkt steht, sondern seine Stärken, Fähigkeiten und Möglichkeiten.
Für die Unterstützung und das Vertrauen in unsere pädagogische Arbeit bedanken wir uns herzlich.

