SYRISCHE WAISENKINDER IN DER TÜRKEI

SYRISCHE WAISENKINDER IN DER TÜRKEI

HILFE FÜR DIE SCHWÄCHSTEN

Der lang anhaltende Krieg in Syrien hat schon Zehntausende Kinder zu Halb- oder Vollwaisen gemacht. Viele von ihnen leben in inoffiziellen aber „geduldeten“ Waisenhäusern für syrische Flüchtlingskinder in der Türkei. kids to life engagiert sich seit vielen Jahren für die Kinder und die Verbesserung ihrer Situation.

Um sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen, verbrachte Aynur Gündüz mehrere Wochen in der Stadt Gaziantep (Türkei) in der Nähe der syrischen Grenze. Sie besuchte viele Waisenhäuser, informierte sich über die Schicksale der Kinder und schenkte diesen Aufmerksamkeit und Trost. Dabei musste sie feststellen, dass fehlende staatliche Kontrollen häufig dazu führen, dass die Notlage der Kinder ausgenutzt wird und ihre Sicherheitslage katastrophal ist. Misshandlungen, Vergewaltigungen und Vernachlässigung sind zum grausamen Alltag geworden. Zudem geraten die Kinder häufig in den Einfluss radikaler Gruppen, die ihnen eine fanatische Weltanschauung beibringen wollen. Umso wichtiger ist es, seriöse, verantwortungsbewusste und frei denkende Einrichtungen zu unterstützen.

Zu den von kids to life unterstützen Einrichtungen gehören seit zwei Jahren das Kareem Home und das Rainbow Center in Gaziantep, die von Frau Yassin und Herrn Selim geleitet werden. Hier kümmert man sich liebevoll um die Kinder und gibt ihnen eine Perspektive und ein Stück ihrer Kindheit zurück. Dank Menschen wie Herr Selim und Frau Yassin sind wir überzeugt, dass diese Generation syrischer Kinder keine verlorene Generation sein muss.

Die aktuelle Lage im Kareem Home

Bei ihrem letzten Besuch in Gaziantep im September stellte Aynur Gündüz fest, dass sich die Lage des Kareem Home dramatisch verschlechtert hatte: Durch Anordnungen der Behörden musste das Kareem Home umziehen und das neue Gebäude war nur bedingt für die Nutzung als Waisenhaus geeignet. kids to life organisierte und finanzierte die nötigen Umrüstungen, z.B. Wasserfilter für sauberes Trinkwasser und einen Fensterschutz, damit die Kinder nicht aus den Fenstern stürzen können. Außerdem gelang es kids to life, die Lebensmittelversorgung für das gesamte Waisenhaus für weitere drei oder vier Monate sicher zu stellen. Alle Nahrungsmittel außer Obst und Gemüse konnten erworben und eingelagert werden, um das Heim ein Stück unabhängiger und sicherer zu machen.

Die aktuelle Lage im Rainbow Center

Im Unterschied zum Kareem Home kümmert sich das Rainbow Center unter der Leitung von Herrn Selim tagsüber um Straßenkinder. Zwar bietet es keine Unterbringung, aber es gibt den kleinen Schützlingen dennoch eine Perspektive und sichert ihre Grundversorgung. Die Kinder und Jugendlichen kommen zum Frühstück, erhalten grundlegende Unterstützung und werden psychologisch betreut, um die Schrecken und Traumata zu verarbeiten und einen Platz in der Gesellschaft zu finden. Die Kinder, die oft sehr verwildert und verwahrlost sind, erhalten so eine Chance auf eine bessere Zukunft. Im Idealfall können sie sogar auf einen späteren Schulbesuch vorbereitet werden. Ohne das Rainbow Center wäre ihr Weg in Kriminalität, Prostitution und Missbrauch vorprogrammiert.

Als Aynur Gündüz im September das Rainbow Center besuchte, traute sich der Leiter kaum zu gestehen, dass ein 3-Jahres-Vertrag zur Unterstützung des Heims durch eine Organisation ausgelaufen und nicht verlängert worden war. Es drohte die Schließung zum gerade beginnenden neuen Schuljahr. kids to life beschloss, diese wertvolle Arbeit zu unterstützen und ein Jahr lang alle Fixkosten für das Center zu tragen: Miete, Strom, Wasser und andere Kosten werden ein Jahr lang über Spenden finanziert. Die Betreuer arbeiten ausschließlich auf ehrenamtlicher Basis.